Cyberpunk 2077 eine Betrachtung

Veröffentlicht: 25/02/2021 in CRPG, Deutsch, Review, RPG
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Angefixt von der Vorbestellung zu Bloodline 2, hatte ich mich damals entschieden, mich an einer weiteren Videospiel-Vorbestellungen zu beteiligen: Cyberpunk 2077.
Das Spiel wurde veröffentlicht, und nach meinem Klinik Aufenthalt, heißt ab Mitte Januar 2021, kam ich dazu, es zu spielen.
Nachdem das Spiel eine kontroverse Vorgeschichte, einen schwierigen Launch sowie zu Diskussionen führte, mag ich in diesem Artikel meine Eindrücke zu dem Spiel, sowie meine Meinung zu den verschiedenen Aspekten teilen.

Zu dem Rahmen, ich habe das Spiel auf einem Desktop PC ~ Win 10 Pro, i5-4460S CPU 2,90GHz 4 Kerne, GeForce GTX 1060 (6 GB) ~ mit einem XBox 360 Controller via GoG gespielt.

Ich habe mich insgesamt 115 Stunden und 8 Minuten dem Spiel gewidmet, 86% der Erfolge erreicht und alle „nicht geheimen“ Enden durchgespielt. Als ich Einstieg, war der Hotfix 1.1.1 veröffentlicht, während des Spielens erschien Hotfix 1.1.12.

Das Spiel wurde von CD Project Red veröffentlicht, kostet 59,99€ auf GoG und ist ein Einzelspieler (Action) Rollenspiel.
Es bietet eine vollständige Vertonung aller Dialoge auf Englisch, Deutsch und in weiteren Sprachen.

Die Person im Vordergrund, ist meine V

In Bezug auf den Hintergrund meiner Spielfigur, schuf ich ein weibliches Strassenkind. Ich habe keine weiteren Durchgänge, mit unterschiedlichen Hintergründen, gestartet. Letzteres liegt auch daran, dass ich Spiele selten mehrfach durchspiele. Ich spielte anfänglich auf Englisch, mit deutschen Untertiteln, nutzte aber später die deutsche Sprachausgabe.

Inhaltsangabe

  • Allgemeines Setting
  • Alterseinstufung / Inhaltswarnung
  • Charaktererschaffung
  • Spieldauer/-zeit
  • Erzählweise / Spielinhalte
    • Die Beziehungen / Der Sex
    • LGBTQIA+ Themen
    • Rassismus / Sexismus
      • 6th Street Gang
      • Arasaka Corporation
      • Asiatische Gangs / Tyger Claws
      • Voodoo Boys
    • Nebenbeschäftigungen
    • Fun Faktor
    • Happy Ends?
  • Mechanik / Spielweise
    • Level über Skillung
    • Auto & Rennen fahren
    • Boxkämpfe
    • Inventar Management
    • Cyberware
    • Nutzlose Skills
  • Mein Erfahrung mit Bugs
    • Spielabsturz / Spielstopp
    • Spielbeeinträchtigungen
    • Graphik-Beeinträchtigungen
    • Story Probleme
    • Sachen die ich nicht bestätigen / nachvollziehen kann
      • NSC Dichte
      • NSC Abläufe
      • Verschwinden von NSC
      • Polizei Verfolgungen
  • CD Project Red – Probleme & Fehlverhalten
    • Transphobischer Scherz
    • Verzögerungen & Fan-Verarschung
    • Crunch Pflicht
    • Verarschung der Review Outlets & Mitarbeiter
    • Bug-Party mit Konsolen-Katastrophe
    • Rückerstattung-Illusionstrick
    • Spiel Werbung vs Realität (Investoren klagen)
    • Sicherheitslücken durch Mods
  • Kleines Fazit

Allgemeines Setting

Cyberpunk (engl. Wikipedia) ist ein Rollenspiel aus dem R. Talsorian Games Verlag, welches von Mike Pondsmith 1988 entwickelt wurde und weiterhin entwickelt wird. Um es vom Genre zu trennen, wird häufig entweder der Name der zweiten Edition Cyberpunk 2020 verwendet, oder der Name der aktuellen Edition Cyberpunk Red.

Cyberpunk Red setzt die Handlung in 2045 an, und ist dahingehend abgestimmt, dass das Spiel mit den Ereignissen in Cyberpunk 2077 kompatibel respektive stimmig ist.

Jenseits des Umstands, dass es offensichtlich im Cyberpunk Genre angesiedelt ist, wußte ich vor dem Videospiel nichts über das Setting, Womit meine Beschreibung ausschließlich auf dem Videospiel basieren.

Bei Cyberpunk 2077 handelt es sich um ein Cyberpunk Setting. Als solches haben Mega Konzerne den Kern der Kontrolle über das Leben der Menschen in der Welt, und die Welt wird damit von Turbo-Kapitalismus bestimmt. Es gibt noch Politiker und Staaten, diese besitzen jedoch vergleichsweise wenig Einfluß und haben mehr repräsentative respektive formelle „Funktionen“.

Es gab mehrere Konzernkriege, für welche Leute von der Strasse geworben wurden, bei denen es ausschließlich um die Konzerninteressen ging, ohne Feigeblatt oder dergleichen, und die recht dreckig waren.
Neben den Konzernkriegen, gab es noch Zusammenbrüche des Internets respektive „Internetkriege“. Bei diesen haben „wild gewordene“ bzw. „freie“ KIs versucht entweder das Netz zu übernehmen, den Menschen nachhaltig zu schaden oder beides.
Zudem gibt es noch Gangs, welche sich in verschiedenen Gewaltverbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung üben, für Tech, Geld oder beides.

Der Punk Aspekt drückt sich dadurch aus, dass der Fokus auf den Spielercharacteren liegt, welche sich gegen die Konzerne und Unterdrückung auflehnen und dagegen ankämpfen.

Nachdem das Rollenspiel auf Cyberpunk Romanen der 80er basiert, sind Anleihen an Blade Runner, wie Nudelrestaurants an jeder Ecke und ein mächtiger japanischer Konzern vorhanden. Allerdings ist es in dem Spiel nur ein japanischer Konzern, und man verwendet keine wirklichen Selbstbezeichnungen außer „Netrunner“ und „Fixer“.
[Laut Wikipedia gibt es in Cyberpunk noch: Rockerboy, Solo, Normad, Fixer, Media, Tech, MedTech, Konzerner und Cops]

Es ist recht egal, wieviel Cyberware sich ein Charakter verbauen läßt. Solange es noch irgendeine menschliche Komponente gibt, verliert davon niemand „Menschlichkeit“. Es gibt allerdings „Cyberpsychos“, welche einen Kontrollverlust erleiden. Die Ursachen dafür sind nicht bekannt, aber es kann therapiert werden.
[Laut Wikipedia gibt es im Rollenspiel ein System zum Verlust von Empathie durch den Einbau von zuviel Cyberware, im Videospiel findet es ~ weitestgehend ~ keine Berücksichtigung und die „Cyber Psychose“ wird davon losgelöst betrachtet]

In der Welt von Cyberpunk gibt es weder Magie, noch phantastische Völker/Ethnien wie die Elfen, Orks, Zwerge und Trolle bei Shadowrun. Stattdessen ist die Welt eine Hölle die von Menschen, für Menschen gemacht wurde und wird. Manchmal mit KIs, allerdings wird es nicht abgehobener als KIs.

Meine Wertung unter dem Strich

Es ist ein durchaus spannendes, und cooles Setting.
Das spielen darin hat mir Spaß gemacht.

Ich finde es cool, dass es keinen nennenswerten Fokus darauf hat, den Cyberpunk an eine asiatische/japanische Bedrohung zu koppeln, oder asiatischen/japanischen Kitsch als Element der Etablierung der Kultur nutzt. Wie es meines Erachtens bei Shadow Run allein durch Konzepte wie „Strassen Samurai“ gegeben ist.

Meine Meinung zu Kritik

Es gibt den Vorwurf das ein NSC „Takemura“ dem Konzept respektive „Klischee“ eines „Strassen Samurai“ entspricht.
Das dahingehend Cyberpunk 2077 rassistische, japanophobe Genre-Konventionen übernimmt und unreflektiert produziert. Respektive das aufgrund der Darstellung von Takemura „Solos“ quasi „Strassen Samurai“ wären.

Ich kann diese Einschätzung nicht teilen.
Takemura ist sehr explizit ein überaus loyaler Konzerner und weder ein Solo noch sonst irgendwie ein „Punk“. Er hat dahingehend weder Sympathien, Verständnis noch Ambitionen.
Takemura ist der einzige Haupt-NSC mit japanischer Abstammung, soweit ich mich erinnern kann. Daneben gibt es mit Wakano eine Fixerin, von der man Aufträge erhält. Ansonsten war der Hintergrund meines Charakter eher Latinx bzw. mexikanisch geprägt.

Es gibt mit Arasaka ein japanischer Konzern als Antagonist der Geschichte. Nach meiner Einschätzung, war es jedoch durchaus im Rahmen, und in dem Kontext das Night City an der Westküste der NUSA (also USA) liegt nicht total abwegig. Die anderen Konzerne, wie Militech, Bionica erhalten ebenfalls viel Zeit um zu demonstrieren, dass sie eine Pest für die Menschheit sind.

Alterseinstufung / Inhaltswarnung

Cyberpunk 2077 hat eine USK 18+ Alterseinstufung.

Es gibt eine Warnung bezüglich von Epilepsi auslösenden Lichteffekte!

Meine Wertung / Meinung

Das Spiel bearbeitet Themen wie:
Entführung, Folterung und Mord von Kindern, sexuelle Gewalt, Suizid, Gewalt, Sex, Sklaverei, Missbrauch, Folter, Mord, Leichenschändung, bizarre Darstellung von Religion (Christentum), mentale Manipulation, Gaslighting, Drogenabhängigkeit, Drogenmissbrauch, psychische Krankheiten
Diese Liste ist mitunter nicht vollständig, sondern es sind die Dinge, welche mir einfielen bzw. auffielen. Die Themen sind durchaus, soweit ich mich erinnern kann, halbwegs passend eingebunden, liegen jedoch mitunter schwer im Magen.

In Bezug auf die Epilepsi auslösenden Lichteffekte, versteckte CD Project Red den Hinweis dazu in der EULA.
Dem langen Vertragsding, welches die meisten nicht vor dem spielen eines Videospiel lesen werden.

Das war ein sehr, sehr unverantwortliches Arschloch Verhalten!
Niemand sollte bei einem Videospiel einen epileptischen Anfall durchmachen müssen, nur weil die Warnung in einer scheiß EULA versteckt wurde!

Mittlerweile gibt es den Hinweis beim Start des Spiels. Wobei ich mich Frage:
Wieso muss man überhaupt solche Scheiß-Lichteffekte einbauen? Es gibt genügend, wo Menschen nicht niedergehen.
Bei Odysee 2001 gibt es, soweit ich mich erinnere, keine Warnung. Womit es durchaus sehr bunt werden kann.

Charaktererschaffung

Man spielt einen oder eine Figur Namens „V“.
Man kann für „V“ aus drei Hintergründen wählen: Nomade, Strassenkind, Konzerner.
Man kann für „V“ auswählen ob die Figur einen männlichen oder weiblichen Körperbau hat und entsprechende Pronomen nutzt.
Man gestaltet für „V“ anschließend das Gesicht, die Hautfarbe sowie den Genitalbereich.

Für den Genitalbereich hat man die Optionen:
) Trägt immer eine Unterhose (keine explizite Festlegung)
) Beschnittener/unbeschnittener Penis in drei Größen, Vagina, Schamhaarfrisur

Meine Meinung

Ich habe kein Problem damit, dass man in gewisserweise eine vorgegebene Figur spielt.
Heißt, eine Figur mit einer fertigen Hintergrundgeschichte und einem feststehenden Namen.

Ich hätte es nett gefunden, wenn man nicht nur das Gesicht des Charakters gestalten könnte, sondern auch den Körperbau. Zum Beispiel die wieviel Bauch da ist oder nicht. So hat V immer den gleichen Waschbrettbauch.

Ich hätte es gut gefunden, wenn man nicht-binäre Identäten abgebildet hättet.
Wobei ich dahingehend durchaus sehe, dass es die Vertonung der Dialoge, in denen auch über V gesprochen wird, schwierig gestaltet. Bereits aufgrund des Umstands, dass Deutsch dahingehend noch keine allgemeingültige Regelung etabliert hat, und es in anderen Sprachen mitunter noch schwieriger wird, weil Adjektive entsprechend des Geschlechts der Person dekliniert werden. So ist eine kranke Person in Spanisch „enferma“ wenn sie weibliche Pronomen nutzt, und „enfermo“ wenn sie männliche Pronomen nutzt.

Die Repräsentation von Trans Identitäten ist in Bezug auf den Charaktergenerator vollständig daneben gegangen.
Der Umstand, dass die Stimme an die Pronomen gebunden ist, ist etwas das für manche Menschen durchaus triggernd sein kann.
Es sollte eigentlich leicht sein, die Wahl der Pronomen (männlich/weiblich) von der des Körpers und der Stimme zu trennen. Ich sehe keinen technischen Aspekt, der dem entgegen steht.

Der Umstand, dass verschiedene Frisuren an die Wahl des Körpers gebunden sind, ist schlicht töricht.

Meine Wertung unter dem Strich

Es ist okay. Nicht mehr, nicht weniger.

Es gibt deutlich bessere Charakter Generatoren (Saints Row 4), es gibt aber auch deutlich schlechtere (Die Gestaltung des Gemächt respektive der Brüste ist imho besser/respektabler umgesetzt als in Conan).
Es ist Schade, dass das Team die Ansprüche an Inklusion, welche im Marketing bewusst geweckt wurden, nicht erfüllte.

Spieldauer/-zeit

Die Spielzeit eines Rollenspiel, hängt natürlich von der persönlichen Gründlichkeit sowie Spielweise respektive Spielvorlieben des Spielendens ab.

Ich persönlich habe mit meinem Charakter auf der Schwierigkeit „normal“ etwa 107 Stunden benötigt um alle Nebenqueste zu erledigen, alle Polizeiaktivitäten zu machen, einige Erfolge zu sammeln, etwas zu grinden und die Geschichte einmal zu beenden. Die 115 Stunden basieren darauf, dass ich noch alle alternativen Enden, inklusive der zwei Variationen, durch gespielt habe. Ich habe keine größeren Abschnitte wiederholt gespielt.

Einer meiner Freunde hat 134 Stunden investiert und das Spiel einmal beendet. Ein weiterer Freund hat 137 Stunden investiert und soweit ich es an den Folgen ablesen kann, das Spiel nicht beendet aber ist kurz davor. Andere Freunde haben 200+ Stunden reingesteckt.

Laut anderen Berichten, kann man das Spiel innerhalb von 20 bis 30 Stunden durchzocken, wenn man kaum was außer der Hauptmission macht.

Die angekündigten, kostenlosen DLCs werden sich um Monate verzögern. Wenn sie überhaupt dieses Jahr erscheinen.

Meine Wertung unter dem Strich

Ich finde das eine angemessene Spielzeit.
Weniger wäre zu kurz gewesen, bei mehr hätte es vermutlich guten Willen verbraucht. Die Haupt-Geschichte ist durchaus sehr gut umgesetzt respektive erzählt.

Erzählweise / Spielinhalte

Sowohl die Hauptgeschichte, als auch die Geschichten in den Nebenquesten, waren in der Regel interessant und ansprechend umgesetzt. Wobei das Spiel einen vor schwierigen Inhalten mitunter in gewisserweise warnt respektive einen darauf vorbereitet.

Bevor man in die Verlegenheit kommt, mit einem bekehrten Massenmörder die Kreuzigung Jesus als emotional-interaktiver Folter-Porn zu inszenieren, erfährt man, was einen erwartet, und hat die Möglichkeit daraus auszusteigen.

Bei anderen schwierigen Inhalten, ist dies nicht unbedingt der Fall, und sie sind dergestalt platziert, dass man durch sie „durch muss“ wenn man die Missionen von zwei Charakteren durchspielt, mit welchen die Option für eine Beziehung im Raum steht, respektive die für das Ende relevant sind.

Es gibt durchaus einige Missionen, die nach bekannten Formeln ablaufen, und wo die Geschichte entweder gleich ist, oder so formularisch, dass sie mich nicht packte. Bei der x’ten Polizeimeldung, ist es mir egal weshalb ich die Truppe da weg mache, und was jetzt der Grund ist. Ähnliches galt für mich mitunter bei Diebstählen oder Auftragsmorden (die man unblutig abschließen kann).

Allgemein kann man das Spiel durchaus abschließen ohne jemand umzubringen, nicht tödlichen Schrotflinten Schüßen und nicht tödlichen Katanas sei dank, allerdings kommt man nicht durch ohne viele Gegner zu neutralisieren (bewustlos zu machen).

Die Haupt-Geschichte ist durchaus stark, und viele (fast alle) Punkte bei denen ich mich am anfang fragte „hä“ oder „wäre es nicht cool wenn, <…>“ wurden spätesdens in verschiedenen Finalen aufgeklärt. Wobei die Finale, für mich, sowohl emotional waren ~ ich hatte durchaus Tränen in den Augen ~ als auch mitreißend ~ wenn mir ein „JA! Genau das! Yeeeeeaaah“ entfleuchte oder ein „WOAH! Scheiße! Der Rubrikcube ist gelöst“ oder ein „Ahhhhhh!“.

Es gibt sowohl Rollenspiel typische Stolperfallen ~ warum nimmt der NSC nicht das Heilserum, dass mir auch in Cutscenes rein gejagt wird ~ als auch Dinge die einem auffallen wenn man beispielsweise die Enden vergleicht, aber es bleibt im Rahmen des erträglichen.

Meine Wertung unter dem Strich

Ich bin soweit zufrieden.
Sehr positiv gefallen mir die Beziehungen, die Trans-Repräsentation (nicht in der Charaktererschaffung!), sowie die sehr emotionale Hauptgeschichte.
Das fehlen von Nebenbeschäftigungen habe ich etwas vermisst, aber mich mit abgefunden.
Besser hätte gerne die Hooks für die Nebenmissionen sein dürfen, und ein paar mehr „humoristische“/“leichte“ Missionen.

Die Beziehungen / Der Sex

Wie in fast jedem Videospiel, kann man Romanzen inklusive Sex eingehen.
Hierbei fand ich es durchaus stimmig und mutig von CDPR, dass Charaktere mitunter einfach homosexuell respektive lesbisch sind. Anstelle das alle Figuren entweder heterosexuell oder bisexuell sind, wie es häufig der Fall ist.

Die Romanze meiner V mit Judy, ist die beste Romanze, an die ich mich in einem Videospiel erinnern kann.
Sowohl von der Struktur, als auch von der Gestaltung der Interaktion im Bett. So sollte es sein, und so gehört es sich.

Von dem Eindruck der jeweiligen Geschichten, macht auch die Romanze von Panam (weiblich, heterosexuell) sowie die von Kerry (männlich, homosexuell) etwas her. Enttäuschend fand ich lediglich die Romanze mit River (männlich, heterosexuell). Irgendwie war seine Mission relativ kurz, unaufgeregt … und man konnte keine / kaum Initiative ergreifen. Es ergibt sich quasi einfach so.

Neben den Beziehungen, hat man die Option zu Sex Arbeitern zu gehen.
Die Szenen sind okay, allerdings frage ich mich mitunter was dort technisch geschieht, da für die Stellungen bei meiner V eigentlich was fehlt.

LGBTQIA+ Themen

Nachdem es CDPR in der Charaktererschaffung versaut hat, hatte ich eigentlich keine Erwartungen an das Spiel.

Es gibt dahingehend jedoch zwei Aspekte.

Einer, der bereits in der Werbung auffiel

In der Werbung, sowie im Spiel, gibt es ein InGame Werbeplakat, auf dem eine Trans-Person zu sehen respektive zu erkennen ist, und dem Titel „Mix It Up“, als Anpreisung einer fikitiven Limonade. Kasia Redesiuk ist für CDPR in einem Interview auf Polygon im Detail darauf eingegangen, was die Motivation für die Gestaltung war.
In der Kurzfassung: Man wollte zeigen, dass in einer hyper-kapitalstischen Welt die Körper von Trans-Personen ebenso mittels sexualisierter/die Person aufs Objekt reduzierter Werbung aufgebeutet werden, wie die von CIS Personen.
Von meiner Betrachtung, ist mir das Plakat im Spiel weniger aufgefallen, da es eine Vielfalt von Plakaten sind, die auf ähnliche Weise für dies und jenes werben. Wobei mir durchaus auffiel, dass der Anteil sexualisierter Werbung wesentlich höher war, als im „normalen Leben“.

Einer, der mir beim spielen dank eines engl. Podcast auffiel.

Es gibt eine Questreihe, um das fahren von Autorennen. Wenn man diese antritt, fällt zunächst auf, dass die Rennfahrerin namens Claire eine Trans-Pride Flagge auf ihrem Auto (eine Art Pickup Truck) kleben hat. Ich nahm zuerst an, dass sie einfach ein Ally ist, und verfolgte die Questreihe weiter.
Man fährt vier Qualifikationsrennen, und am Ende des vierten Rennen, spricht Claire über ihre Motivation für das Finale. Hierbei erwähnt sie, in einem Nebensatz bevor sie zum Kern kommt, dass sie eine Geschlechtsanpassung hat vornehmen lassen. Es ist nicht der Motivator, für das eigentliche Thema, sondern ein ganz normaler Aspekt ihres Lebens. Der Umstand wird nicht diskutiert, hinterfragt sondern, so normal wie er ist, angenommen.
Das einzige was auffällt, ist das meine V Claire danach darauf ansprach, dass sie offenbar keine Cybertech in sich verbaut hat. Nicht im Kontext der Geschlechtsanpassung, sondern so allgemein halt. Worauf Claire einen normalen Grund dafür angab (sie mochte das einfach nicht).
Ich persönlich fand es als positiv, dass sowas wie eine OP zur Geschlechtsanpassung, und ein vercyberter Körper getrennt wurde. Was mir umso wichtiger erscheint, wenn ich betrachte das ich nach dem Videospiel erfuhr, dass im Rollenspiel Cybertech zum Verlust von Empathie führt. Daneben wird Claire, zumindest im englischen Original, auch von einer Sprecherin gesprochen, die trans ist.
Dahingehend hat sich CDPR durchaus, imho, ein Lob verdient.
Gerade weil sie es Marketingtechnisch nicht ausbeuten oder gar als Schutzschild/Argument benutzt haben.

Rassismus / Sexismus

Während das Setting von Cyberpunk sowohl Sexismus, als auch (im geringeren) Maß Sexismus, als Hintergrund Elemente hat, darf man die Frage stellen, in wie weit sich das in der Darstellung findet.

Es ist ein Unterschied ob man beispielsweise sagt:
„In dem Setting herrscht Rassismus gegenüber Schwarzen“
Oder ob man etabliert:
„In dem Spiel entsprechen alle Schwarzen den rassistischen Klischees / Vorurteilen.“
„In dem Spiel sind die rassistischen Klischees / Vorurteile durch Spielwerte untermauert die alle Schwarzen haben.“

Meiner persönlichen Meinung nach, schafft es Cyberpunk 2077 die Elemente als Settingelement einzubringen, ohne das es sich auf eine entsprechende Zeichnung der Figuren auswirkt.
Das bedeutet das Figuren, wie Johnny Silverhand, eine sehr stark negative, sexistische und abwertende Meinung zu Mox respektive Sex Arbeiter hat und während Missionen mit Judy äußert. (Das er später äußert: „Zu meiner Zeit wäre ich jederzeit dabei gewesen JoyToys zu helfen“, macht ihn eher so zum Sexisten der Marke „GetOut“) Das die Sex Arbeiter aber wie normale Menschen, mit Charakterzügen dargestellt werden, die nicht inheränt X oder Y sind, weil sie eben der Arbeit nachgehen.
Damit ist für mich die deutliche Trennung da zwischen „Johnny ist ein Arsch, weil er das glaubt“ und „CDPR sind Ärsche, und glauben das auch“.

Hinsichtlich der Darstellung verschiedener Ethnien, sind die meisten Fraktionen, abgesehen von „Arasaka“ sowie den „Voodoo Boys“, recht durchmischt. Mit einer Tendenz zur einen oder anderen Ethnie. Es gibt mitunter kulturelle Einflüsse, allerdings wirkt es auf mich nicht, als würden damit Klischees abgespult respektive Vorurteile reproduziert. Zumal nicht jede Person, die zu dem Umfeld von Mamá Welles und El Padre gehört, sich verhält wie frisch aus einer mexikanischen Telenovella um Kartelle gehüpft.

  • 6th Street Gang
    Eine Gang die bisher kaum, bzw. keine Erwähnung fand, ist die 6th Street Gang.
    Eine Gruppierung, welche die NUSA glorifiziert, in sich genommen nationalistisch ist, Knarren mag und zudem ein wachsende Fraktion von White Supremacist besitzt. Sie sind überwiegend weiß, mit nur wenigen PoC oder Schwarzen in den Reihen.
    Daneben werden sie fast ausschließlich negativ dargestellt. So macht V, soweit ich mich erinnern kann, keine Geschäfte für diese, und nur in Ausnahme Situationen mit ihnen (im Panam Strang).
    .
  • Arasaka Corporation
    Die Arasaka Corporation ist eine MegaCorporation aus Japan die von einer traditionell japanischen Familie geführt wird, mit traditionell japanischen Werten.
    Dementsprechend sind viele, nicht alle, Angestellten von Arasaka entweder Japaner oder haben einen asiatischen Phänotyp. Das ganze ist in der Darstellung, nach meiner Wahrnehmung, stimmig und die Corporation wird nicht als negativ dargestellt, weil sie aus Japan stammt. Mehr, weil sie eine MegaCorporation ist, und wie alle MegaCorporations in dem Setting menschenverachtende Vorgehensweisen pflegt.
    Die Motive der Firma, respektive der einzelnen Fraktionen, sind durchaus interessant und komplexer ausgearbeitet.
    Wenn ich die Serie Westworld, heranziehe, entspricht Arasaka in der Darstellung und Projekten „Delos“. Jedoch mit einer interessanteren, komplexeren Charakterisierung zu Gunsten von Arasaka.
    .
  • Asiatische Gangs / Tyger Claws
    Ich habe Vorbehalte gehört, dass es „asiatische Gangs“ geben würde, welche die Gruppe negativ zeichnen.
    Mir ist dahingehend, keine Gang aufgefallen, und ich vermute es könnte Arasaka sein. Nach etwas überlegen, viel mir jedoch ein das Wakano, eine Fixerin mit japanischen Hintergrund, viel mit den „Tyger Claws“ zu tun hat. Eine der Gangs. Die Gang selbst jedoch, erschien mir normal durchmischt.
    .
  • Voodoo Boys
    Die Voodoo Boys sind die einzige Gang, die mir dahingehend auffiel und im Gedächtnis blieb, die sich nur aus Schwarzen rekrutiert. Darüberhinaus sind sie sehr, sehr stark isolationistisch. Heißt, die hegen mit die stärkste Abneigung gegen Aussenstehende, haben ihr Viertel quasi abgeriegelt, verwenden eine eigene Sprache, und pflegen dazu Praktiken die aus der haitianischen Kultur entlehnt sind.
    .
    Bereits vor der ersten, tieferen Begegnung, wird V darüber informiert, dass es keine Haitianer sind, sondern das die Gruppe sich aus der haitianischen Kultur Sachen die genehm waren rausgriffen und sich aneigneten. Darunter auch die Sprache, die nach meinen sehr eingeschränkten Sprachkenntnissen bezüglich des Französischen, eine kreolische Sprache ist. Ich kann hierbei nicht beurteilen, ob es Haitianisch“ ist.
    Die Sprache wird im Spiel direkt gesprochen, und man erhält Untertitel, wenn man einen entsprechenden Babbelfisch hat. (Später wechseln die Sprecher dann auf Englisch/Deutsch)
    .
    Als Weiße Person, kann ich die Darstellung nur eingeschränkt beurteilen. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass mir das Spiel nahelegt, dass alle Schwarzen zu den Voodoo Boys gehören, oder das die Voodoo Boys eine akkurate Darstellung von Voodoo / Hoodoo Praktiken sind.
Nebenbeschäftigungen

Ein Aspekt, der Häufig bei Rollenspielen erwartet wird, sind verschiedene Nebenbeschäftigungen.

Bei Witcher ist es sowas wie das Spielen von GWENT im Spiel.
Bei Red Dead Redemption ist es sowas wie das Spielen von Würfelpoker im Spiel.
In der Yakuza Serie ist es sowas wie das Spielen von … Karaoke, Tanzen/DDR, Mahjjong, Shogi, Golfen, Baseball, Dart, Paschinki, Black Jack, Koi Koi… und mehr Spielen … sowie Aktivitäten wie sich bei jedem Restaurant einmal durch die komplette Speisekarte zu fressen & trinken.

Cyberpunk 2077 wurde damit beworben das es quasi wie ein Yakuza Spiel ist, nur anstelle von einem Stadtviertel wie in der Yakuza Reihe, auf eine ganze Stadt bezogen.

Davon ist nichts übrig geblieben.
Es gibt keine Nebenbeschäftigungen in der Form von Minispielen.
Es gibt keine Nebenbeschäftigungen in der Form davon alle Restaurants zu besuchen.
Nada. Nichts. Niente.

Fun Faktor

Eine Stärke von Saints Row 4 ist, dass ich mich meine zu erinnern, dass fast alles Spaß gemacht hat.
Das, wenn es nicht explizit Spaß machte, wie auf Gebäude zu hopsen und Punkte zu sammeln, die Minispiele und Nebenquests absurd viel Spaß gemacht haben.

Cyberpunk 2077 wiederum nimmt sich zu 90% sehr, sehr ernst. Mit der Ausnahme von Granaten-Nasen-Clown und der Quest um die Wahrsagermachine.

Es muss nicht so übertrieben sein wie in Saints Row 4, aber etwas mehr Mut zum Spaß, wäre imho cool gewesen. Ebenso, wenn die Missionen irgendwie organischer gekommen wären.

Happy Ends?

Ohne zuviel spoilern zu wollen…

Drei von vier Enden sind Mist, wenn man an einem Happy End für V interessiert sind.
Es gibt ein „gutes“ Ende für V, wobei man auch da argumentieren kann, dass es gar nicht gut ist.

Mechanik / Spielweise

Oh. Mein. Gott.

Also das grundlegende System funktioniert.
Wenn man sich auf Schleichen spezialisiert, funktioniert es und macht es Spaß.
Wenn man sich auf Gewalt spezialisiert, funktioniert es und macht es Spaß.
Das System für Hacken von Feinden, funktioniert es und macht Spaß.
Das Dialog System ist dahingehend transparent was der Charakter sagen wird.

Meine Wertung unter dem Strich

Es macht durchaus recht viel Spaß.
Bei dem Dialogsystem gibt es das Problem, dass irgendwas schief gehen kann, womit man das „geheime“ Ende nicht mehr erreicht. Keiner weiß was es genau, aber es ist da.

Daneben gibt es sechs elendige Punkte:

Level über Skillung

Ob man einen Gegner schleichenderweise bewusstlos machen kann oder umbringen (takedown) hängt davon ab:

  1. Welche Attribute wie hoch sind
  2. Welche Fertigkeiten man gekauft hat
  3. Einzig und alleine welches Level man hat

Richtig ist Punkt 3.
Man kann seinen Charakter als Konstitutions Bestie mit der Coolness eines Ninja bauen, wenn ein anderer Charakter das passende Level hat, kann er die Konstitution eines feuchten Waschlappen haben und … so cool wie Schimmel(?) sein … der andere Charakter wird Takedowns machen können, und man selbst nicht.

Tipp: Wenn eine Nebenmission etwas schwieriger als „normal“ angegeben hat, kann man keine Takedowns machen.
Nicht das einem das Spiel das erklärt.

Auto & Rennen fahren

Ist ein elender Krampf. Zumindest außerhalb der Rennen.
Die Minimap ist zu klein, die Autos sind entweder sensibel wie eine Feder oder brechen aus wie noch was.

Es gibt soviele Spiele die „Auto fahren“ schaffen, seit GTA und vermutlich auch davor. Cyberpunk 2077 macht es zu einem Krampf. Gerade wenn man aus dem Fenster rausgucken mag.

Rennen funktionieren erstaunlich gut.
Heißt, da funktioniert plötzlich das Auto halbwegs.
Dafür bescheißt einen die AI, und die gegnerischen Rennfahrer werden an verschiedenen Checkpoints einfach heran teleportiert.

Organisierte Boxkämpfe

Normale Kämpfe, per Faust, funktionieren gut bis sehr gut.

Sobald man aber eine der Box Neben-Missionen macht, geht das System komplett den Bach runter. KOMPLETT!
Die Gegner haben sehr, sehr, sehr viel Lebenspunkte.
Die Gegner machen sehr, sehr, sehr viel Schaden (man wird teilweise mit 3k + Rüstung mit einem Schlag geschrottet)
Die Gegner teleportieren durch den Ring.
Die Gegner können am anderen Ende des Raums treten und treffen einen.

„Ein Schmerz in meinem Arsch“, ist noch eine milde Beschreibung für die Boxkämpfe, und ohne Cheats geht es eigentlich nicht. Und das obwohl ich nur auf „normal“ gespielt habe.

Inventar Management

Das Inventar Management ist für den Hintern.
Herauszufinden welche Waffe wie gut ist, welche man verschrotten oder verkaufen kann, ist ein Elend.
Man sammelt tonnenweise Essen & Getränke,… und darf es dann mit einem Click pro Item, und einer manuellen Selektion wieviel davon, verkaufen.
Ich kann mich an kein vergleichbar mieses Inventar Management erinnern.

Cyberware verbauen

Erst nach mehr als 80 Stunden, lernte ich (als Spieler) wie ich Mods in meine Cyberware jenseits des Decks einbauen kann.
Ich habe bis jetzt noch nicht raus, wie ich das Berserkertum machen kann, oder wo verschiedene Items hinkommen.

Das mit den Cyberdecks und Hacken war offensichtlich, nicht aber das mit der Cyberware.

Nutzlose Skills

Man kann darin investieren, im Wasser nicht entdeckt zu werden.
Man kann es auch sein lassen. Weil es nicht eine Mission gibt, bei der man im Wasser gesucht wird. Es gibt genau zwei Missionen, bei denen man tauchen muss. Eine davon quasi automatisiert.

Mein Erfahrung mit Bugs

Ein schwerer zu bewertendes Thema sind Bugs respektive Spielstörende Elemente.
Schlicht weil man dahingehend Glück oder Pech haben kann.
Es gibt Leute, die haben eine PS4 und können es problemlos spielen.
Es gibt Leute, die haben einen PC, und werden von allerlei Bugs geplagt.

Meine Erfahrung, war dahingehend irgendwo in der Mitte.

Spielabsturz / Spielstopp

Das Spiel ist während der 115 Stunden etwa ein halbes Dutzend mal komplett abgestürtzt.
Es ist in keiner Situation abgestürtzt, in der gerade was wichtiges passierte, und es gingen maximal 10 Minuten verloren.

Daneben kam es auch knapp ein halbes Dutzend mal vor, dass ich im Kampf gegen Rhino, feststeckte. Was sich nur durch erneutes laden beheben ließ. Einen Umstand, den ich ggf. eh gemacht hätte, weil es nach einer Niederlage geschah.

Spielbeeinträchtigungen

Es ist einmal passiert, dass eine „Relikt Fehlfunktion“, über einen längeren Zeitraum anhielt. Kurz, es ging nicht weg. Bis ich speicherte und neu geladen habe. Das ganze ist ein bekannter Bug, und das „speichern & neuladen“ ein Fix der dank eines der Updates funktioniert.

Es kann passieren, das V schneckt als wäre sie/er mit zuviel Inventar beladen.
In diesem Fall, einfach in die Charakterübersicht gehen, zurück, und man kann normal laufen.

Graphik-Beeinträchtigungen

Die Graphik des Spiels, ist allgemein durchaus gut bis sehr gut.
Zumindest nach meinen Geschmacksempfinden.

Es gab jedoch regelmäßige Pop-Ins, durch das ganze Spiel hinweg. So sind Objekte, einfach erschienen. Was sehr offensichtlich war, wenn auf längerer Strecke plötzlich ein Auto am Strassenrand auftauchte, dass auf ein anderes fiel, zwecks szenischer Karambolage. Der Pop In Faktor machte es nicht szenisch.

Am Anfang, hatte ich es öfters, das Objekte aus dem Hintergrund, in der Regel Bäume und Büche, vor das Gesicht des NSC mit dem man sprach poppten, respektive es überlagerten. Es war nicht nett anzusehen, aber es blieb genug vom Gesicht über, als das man darüber hinwegen sehen konnte.
Im späteren Verlauf, konnte ich es nicht mehr feststellen. Es wurde also vielleicht behoben.

Teilweise hat Cyberpunk 2077 so etwas wie Lippensynchronität einfach komplett aufgegeben. Was mir insbesondere bei der Quest von River auffiel, und bei einem Durchlauf der Sinnerman Quest. In diesem Fall, habe ich vom NSC weg geschaut, und mich auf das exzellente Voice Acting konzentriert.

Es war sehr selten, dass neutralisierte NSC, merkwürdige Gummi-Haltungen einahmen. Es geschah vielleicht dreimal oder so.
Sehr selten, kam mein Rechner nicht mit dem rendern hinter her, und die Objekte waren offenbar noch nicht vollständig ausgearbeitet. Auch hier maximal drei mal oder so.

Wenn ich auf ein Motorrad bin, konnte es kurz dauern, bis die Haare / Kopfbedeckung meiner V geladen waren. Vermutlich weil man den Kopf nicht dauernd animiert, wenn dieser eh nicht zu sehen ist.

Story Probleme

Es gab zwei Story Probleme.
Eines war eine Nebenmission, bei der ich mit NSC nicht interagieren konnte. Es war eine sehr, sehr kleine Nebenmission, sie war bereits abgeschlossen, also „eh, sei es drum“.

Das andere was das „geheime Ende“. Dies steht meiner V nicht zur Verfügung, obwohl sie eigentlich den richtigen Wert hat. Es scheint, als hätte ich in irgendeinem Dialog, eine falsche oder nur suboptimale Auswahl getroffen. Bei welchen genau, kann keiner sagen. Hierfür gibt es jedoch die Option auf einen Mod und die Konsole. Es geht also auch, wenn ich unbedingt mag.

Sachen die ich nicht bestätigen / nachvollziehen kann

Einige Aspekte, traten entweder in meinem Spiel nicht auf, oder sind für mich kein Aspekt, der mir negativ auffiel.

  • NSC Dichte
    Ich habe eine mittlere Menge an NSC eingestellt, und war damit zufrieden.
    Es waren weder zu wenige NSC, noch zuviele. Sie haben sich bewegt respektive Dinge getan, und Autos haben nicht nur geparkt respektive herum gestanden.
    Autos die ich einfach stehen ließ, oder Karambolagen die ich machte, blieben nicht für die Ewigkeit. Dafür konnte ich zurück, und nicht ausgebeutete tote oder neutralisierte Gegner ausbeuten.
    .
  • NSC Abläufe
    Ich habe keinen „zufällig generierten“ NSC für längere Zeit verfolgt.
    Es gibt durchaus nettere kleine Szenen die sich abspielen, oder Gespräche die man verfolgen kann. Allerdings laufe ich keinen NSC nach, um zu sehen was er macht. Zum einen interessiert es mich nicht. Zum anderen weiß ich, dass aufgrund der Technik, es nicht möglich sein wird, den paar Millionen (oder paar tausend) zufällig generierten NSCs Abläufe zu geben
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  • Verschwindende NSC
    Es gibt Videos da läuft ein/e V an einem NSC vorbei, dreht sich um, und *wusch* der NSC ist weg.
    Habe ich mehrfach probiert, aber die NSC die ich mir ausgesucht hatte, waren brav hinter mir weiter weggedackelt.
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  • Polizei Verfolgungen
    Wenn man einen Passanten angreift oder umbringt oder einen Polizisten angreift oder umbringt, wird der Charakter entsprechend gesucht und Polizisten greifen ihn an. Dies geht von „ein wenig gesucht“ (Ein Polizei-Stern) bis hin zu „Staatsfeind“ (Vier Polizei-Sterne).
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    Wenn man mit V ein paar Blöcke läuft (2 bis 5 Minuten), oder in ein Geschäft geht, wird die Suche abgebrochen.
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    Allgemein wird die Polizei, in entsprechenden Mengen, herbei teleportiert und entsprechend verstärkt. Man kann sie also nicht einfach alle umnieten. Das wiederum geht auch nicht, weil es ab 4 Sternen, Super-Polizisten gibt, die ich nicht klein bekam und die Cyberware installiert hatten.
    Wobei es bei mir so war, das die Polizisten im Rücken auftauchten, wodurch die Illusion für mich gewahrt blieb.
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    Ich persönlich, finde das System ganz okay.
    Es deckt sich mit dem Verhalten von Polizei in „Saints Row“ oder auch in „Der Pate“. Daneben mag ich nicht ewig vor der Polizei wegrennen, nur weil die elendige „Auto Physik“ beim um die Ecke kurven Passanten erlegte. Man kann damit, auch ein Trauma Team erlegen, und mit der Existenz der eigenen V davon kommen (und anschließend zurück wetzen, für das Loot).
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    Es ist nicht das was versprochen wurde, mit ausgefeilten Kopfgeldern, Interaktion etc. aber ich finde es in Ordnung. Funktional. Dazu soll man halt keine Pest der Passanten bzw. Pest der Cops sein.

CD Project Red – Probleme & Fehlverhalten

CD Project Red, hat mehr als ein bisschen Scheiße vor, während und kurz nach der Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 in dessen Kontext gebaut.

Vor der Veröffentlichung

  • Transphobischer Scherz
    Man hielt es für eine gute Idee auf einen Tweet in dem wer meinte „I WANT MORE GUYS“ (Ich will mehr Jungs) mit „Did you just assume their gender?!“ zu antworten. Was schlichtweg ein scheiß Witz ist, der die Legitimität von Trans Personen, besonders nicht binären, in Frage stellt.
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    Kann man machen. Kann man sich aber auch verkneifen.
    Sie sind immerhin nicht zu Sonics Tiefen gesunken, die den Helikopter-Witz machten, aber gut ist es nicht.
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    Auch wenn ich, gerade Angesichts des Spiels jeneseits der CharGen, nicht glaube das CDPR transphobisch sind.
    (Ausführlicher Polygon Artikel)
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  • Verzögerungen & Fan-Verarschung
    2013 kündigte CDPR das Spiel für 2015 an.
    2019 kündigte CDPR das Spiel für 16. April 2020 an.
    Januar 2020 kündigte CDPR das Spiel für 17. September 2020 an.
    September 2020 kündigte CDPR das Spiel für 20. November 2020 an.
    Oktober 2020 CDPR behauptet das Spiel sei im „Gold Status“ und erscheine sicher zum 20. November
    20 November kündigte CDPR für 10. Dezember an.
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    Jetzt kann man natürlich sagen „Fans, die sich freigenommen haben, sollen sich nicht so anstellen!“.
    Das ist aber etwas arschig, wenn man berücksichtigt das dem Fan noch am 19. November versichert wurde, dass Spiel würde erscheinen. Ebenso wie das es bspw. in den USA eher wenig Urlaubstage gibt. Man kann als Unternehmen, auch darauf verzichten Daten rauszuhauen, die man nicht einhalten kann, der zumindest Fans nicht in die Tasten zu lügen.
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  • Crunch-Pflicht
    CR Project Red behauptete es würde seine Mitarbeiter nicht zu Crunch für die Fertigstellung des Spiels zwingen.
    Die Behauptung war eine Lüge. Es gab Crunch, und es gab massiven Crunch.
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    Crunch im Kontext der Videospielindustrie heißt, dass die Mitarbeiter quasi keinen Feierabend kriegen, am Wochenende schuften müssen, und das bis zum BurnOut. Ohne passende Kompensation.
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  • Verarschung der Review Outlets & Mitarbeiter
    CD Project Red gab den Review Outlets als Basis für die Besprechungen nur die PC Version.
    Daraus durften auch nur bestimmte Stücke gezeigt werden.
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    Damit ließ man die Outlets und damit die Öffentlichkeit über den katastrophalen Status der „vor PS5 / XBox Series V“ Konsolenfassung bewusst im unklaren.
    Als Entschuldigung stellte der Verantwortliche dann die Behauptung auf, es sei den Testern nicht aufgefallen.
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  • Bug-Party mit Konsolen-Katastrophe
    Die erste Version für den PC hatte schon Probleme.
    Das war aber gar nichts, für jene welche das Spiel auf der PlayStation <5 respektive XBox < Series X spielen wollten.
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    Das ganze war so übel, dass PlayStation, die normalerweise nicht rückerstatten, eine Ausnahme für Cyberpunk 2077 schuf und den Titel aus dem Shop nahm. Auch Microsoft bot Rückerstattungen an.
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    Ich habe Freunde, bei denen es okay lief, aber wenn solche Giganten Maßnahmen erfreifen, ist da denke ich was dran.
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  • Rückerstattung-Illusionstrick
    Einer der Gründe, weshalb PlayStation Rückerstattungen gewährte, war das CDPR behauptete, man könnte das Spiel bei nicht gefallen rückerstatten lassen.
    Was sie nicht erwähnten war „…im Rahmen der Rückerstattungsregeln welche der Verkäufer gesetzt hat.“
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  • Spiel Werbung vs Realität
    Sachen, welche in der Werbung angepriesen wurde, stark angedeutet das es Spielinhalte sind, sind einfach nicht im Spiel.
    (Investoren haben daraufhin eine Klage eingeleitet)
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  • Sicherheitslücken durch Mods
    Dank einer Sichertheitslücke, konnte man sich über Mods bösartige Hacks des eigenen RL Rechner fangen.
    Das ist schon etwas sehr mies. Wobei an einer Lösung gearbeitet wurde, oder gearbeitet wird.
    Bis dahin, sollte man einfach die Finger von Mods lassen.

Jason Schreier, hat hierzu einen ausführlichen Artikel verfasst:
Inside Cyberpunk 2077’s Disastrous Rollout

Kleines Fazit

Ich persönlich mag das Spiel und bereue die Vorbestellung nicht.
Auch wenn ich viele Punkte sehe, in dem es besser sein könnte oder wo offensichtlich mal mehr geplant war.
Ich hoffe, dass diese Aspekte mit den DLCs und weiteren Updates hinzukommen werden.

Ein positiver Aspekt, den ich bisher unerwähnt ließ, ist die ausgezeichnete Arbeit der Sprecherin meiner V.
Sie hat mich überzeugt, dass Spiel nicht dauernd auf Englisch umzustellen. Wobei auch die englischsprachige Sprecherin gut war.

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