[RPG Blog O Quest] #44 – genderswapping

Veröffentlicht: 16/08/2019 in Blog-O-Quest, RPG
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Diesen Monat befasst sich die aktuelle RPG Blog-O-Quest mit dem Thema „genderswapping“ und wird von wird von Runway 61 ausgerichtet.

Wie jeden Monat, mag ich die Fragen hiermit beantworten.

1. Zu genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich ein wenig zwiegespalten weil es zwischen angebracht respektive notwendig über normal bis hin zu einem Desaster sein kann.

Das heißt, ich hatte damals bei Mail-/Forenrollenspiele, zum Thema Science Fiction Serien wie Star Trek, gemerkt das meine weiblichen Charaktere früher oder später immer angegraben wurden. Selbst wenn ich zuvor explizit sagte, das ich es nicht mag. Das ganze war recht einfach zu beheben, in dem ich mir einen männlichen Charakter baute (Teylgran, ein Vorta – vielleicht hat das letzte auch geholfen).
Das gleiche gilt für Gruppen, die sich darauf geeinigt haben das es in dem Setting als anspruchsvoll bzw. historisch passend gilt, wenn weibliche Charaktere die ganze Dosis Diskriminierung mit einer Schaufel Genre-Klischee drauf kriegen – während die männlichen Figuren keinerlei Probleme haben und man sich mit Vampiren, Drachen und anderen voll historischen Gezücht beschäftigt. Da ich idR. keine Lust drauf habe das meine Figur im Rollenspiel Empfängerin von stumpfen Sexismus ist, spiel ich dann halt eher männliche Charaktere.
In dem Rahmen würde es mich echt vergraulen, wenn ich jetzt nur weibliche Charaktere spielen dürfte.

Daneben gibt es den Rahmen das es halt ins eigene Bild des Charakter passt das er nun dieses oder jenes Geschlecht hat – weiblich, männlich, divers – obwohl man selbst dem nicht entspricht. Meiner Erfahrung nach verhalten sich die meisten damit auch ganz normal. Also, ich hoffe zumindest, dass man mir jetzt meine Darstellung als „normal“ abkaufte.

Was dann gar nicht geht, meiner Meinung nach, ist wenn man so eine soziales Geschlecht nimmt, seine Vorurteile oder den Genre Rahmen nimmt, um dann – für Betroffene überwiegend negative – Stereotypen zu reproduzieren. Heißt, beispielsweise die Vamp die alles und jeden Flach legt und sich nur über das äußere definiert. Gerade wenn es dann noch als Bestätigung mit Zirkelschluss herhalten muss „Ist so weil ich es so zeige das es so ist“.

2. Bestimmte NSC Archetypen haben fast immer das gleiche Geschlecht: die Torwache ist männlich, die Bedienung in der Taverne weiblich. Der zerstreute, weißhaarige Professor ist stets ein Mann, während das Verhältnis von Callboys zu Callgirls gefühlt bei eins zu einer Million liegt. Egal, ob als Spieler oder Spielleiterin: hast du Erfahrung mit Neben-NSCs, die diese Geschlechtsstereotypen durchbrechen?

Eher weniger. Ich achte da nicht so viel drauf und bin bei meinen NSCs durchaus flexibel. Heißt, bei der letzten „Ins Netz Gegangen“ Runde wechselte ich den männlichen NSC – den es zu retten gilt – durch eine weibliche NSC aus. Weil sie besser mit den Charakteren verknüpft war.

3. Hast du schon mal eine Figur aus Literatur, Film oder Videospielen zum Vorbild für deinen Charakter genommen und das Geschlecht getauscht? Oder hast du das bei einer deiner Mitspielerinnen schon mal erlebt? Hat das Konzept funktioniert?

Ich habe bisher bei meinen aus Film & Fernsehen entlehnten Figuren das Geschlecht und auch grobe Züge des aussehen beibehalten. Einfach weil es für mich zur Vorstellung der Figur gehört und mitunter ein Aspekt ist weshalb mich die Figur anspricht.

Einen Tausch habe ich bisher nur einmal erlebt, wobei ich nicht beurteilen kann ob es funktionierte. Habe recht wenige Szenen mit der Spielerin zusammen gehabt. Ich denke, sie hatte Spaß. Was dafür spricht, dass es funktioniert.
Amüsanter Weise, haben wir die beide Figur genutzt (Hannibal Lector).

4. Hast du Erfahrung mit Spielercharakteren oder wichtigen NSCs, die weder weiblich noch männlich sind? Zum Beispiel Hermaphroditen, geschlechtlich Unentschlossene oder Rassen, die keine Geschlechter kennen?

Es gab in einer Vampire Runde eine trans* Frau, in der Rolle einer mächtigen Ventrue, als NSC.
Während meine Brujah keine Probleme damit hatte das sie wahrscheinlich trans* war, dafür aber mit dem Umstand das sie eine Camarilla-Ventrue ist, fand es ein anderer Charakter eher anmerkenswert. Das ganze kam nie größer raus, da beide Charaktere mit der Ventrue nicht viel zu tun hatte, und meinereiner Charakter im Verlauf des ganzen zu den Anarchen desertierte.

5. Hast du es schon mal erlebt, dass ein Spielercharakter während der Kampagne für längere Zeit das Geschlecht gewechselt hat? In DnD und Konsorten gibt es dafür ja eigene Zaubersprüche, in moderneren Settings kann man sich umoperieren lassen, vielleicht ist aber auch einfach nur die Seele des SCs durch die Intervention eines Gottes oder eines Dämons in einem andersgeschlechtlichen Körper gefangen. Hat der Geschlechtswechsel zu interessantem Rollenspiel geführt?

Nein. Ich habe es bisher auch noch nicht erlebt.

Ich stelle es mir auch in der Darstellung schwierig vor.
Die Figur reagiert sehr wahrscheinlich mit ausgeprägter Dysmorphie darauf. Wobei sie das wohl auch tun würde wenn sie in einem anderen Körper des gleichen Geschlecht gesteckt werden würde. Ich mein, wenn man sich überlegt das der eigene Körper auf einmal länger, kürzer, breiter, schlanker und anders ist sowie ganz andere Nervenenden, Geschmacksrezeptoren hat, ist das schon ein enormer „mind fuck“.
Also, wenn sich der eigene nicht nur verändert sondern so *plopp* „anders“.
Daneben habe ich echte Probleme mir vorzustellen als Person anderen Geschlechts anders zu denken bzw. Geschlechtsspezifische Gedankenmuster zu haben. Wäre daher wohl eher non-binary.

Bonusfrage: für jeden von einem Mann gespielten weiblichen SC, der bildhübsch, spärlich bekleidet, mega-tough und entweder lesbisch oder nymphoman war, den du je gespielt oder erlebt hast, schuldest du mir ein Bier. Wie schlimm wird mein Rausch?

Bereit zum Essen oder sehr leicht angeglüht?
Von ein oder zwei Bier wird man ja eher nicht so breit. ^^;

Hab dahin wohl auch Glück, dass man Haus & Hof System, nicht so in die Richtung neigt.
Tatsächlich habe ich wohl noch mit den promiskuitivsten, lesbischen, weiblichen Charakter gespielt…. also wenn du ein Bier für jede Frau trinken müsstest, mit der Sarge während der Kampagne Verkehr hatte, wärst du vermutlich ziemlich breit XD

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld (oder jemand anders) dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

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